Schulen zu fanstasievollen Lernlandschaften
Mit Hilfe des zweiten Konjunkturpaketes müssen Schulen sinn- und fantasievoll umgestaltet werden,
fordert der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther: "Unsere Schulen sind Zweckbauten. Viele gleichen Containern, in denen Kinder mit Wissen abgefüllt werden sollen. Doch Container sind keine einladenden Orte, an denen sich Kinder wohlfühlen, wo sie gerne lernen. (Schulen müssen) Kinder inspirieren und ihnen Gelegenheit bieten, ihren natürlichen Forscher- und Entdeckerdrang befriedigen zu können. Lernen funktioniert nicht allein durch das Vermitteln von Wissen. Wichtiger sind die Erfahrungen, die ein Mensch sammelt – und zwar sowohl die kognitiven wie die emotionalen. Sie prägen seine Einstellung und seine Haltung. Erfährt der Jugendliche also durch die Enge des Raumes, dass Eigeninitiative nicht gefragt ist, wird er keine entwickeln. Er wird bestenfalls das über sich ergehen lassen, was Lehrer vortragen."
Gerald Hüther leitet die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Uni Göttingen.
Er erforscht unter anderem den Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung. Mit Schularchitekten, Kommunalpolitikern und Pädagogen fordert der Neurobiologe, das Konjunkturpaket II fantasievoll zum Umbau der Schulen in Lernlandschaften zu nutzen.
"Erforderlich ist ein Kulturwandel. Schulen müssen zu Inseln des gelingenden Lehrens und Lernens umgestaltet werden. Nur so kann dort endlich das geschehen, was Bildung in Wirklichkeit ausmacht: begeisterte Selbstbildung. Nicht die passive Aneignung von Wissen, sondern das Wecken eines Geistes, der neue Erkenntnisse und Wissen aktiv hervorbringt."
aus einem Interview: Stephan Lüke Frankfurter Rundschau April 09
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