Kennzahlen 2019

Erhebung über die Arbeit bayerischer Jugendkunstschulen

Trotz vielversprechender Zahlen – bayernweit wurden im Jahr 2019 fast 40.000 Kursstunden durchgeführt, an denen nahezu 57.000 Kinder und Jugendliche teilnahmen – zeigen die Ergebnisse der Befragung aus 2019 auch die Herausforderungen, vor der Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen in Bayern stehen.

Seit drei Jahren erhebt der LJKE jährlich Zahlen über Angebote und Teilnehmende, kommunale Förderhöhen, Rechtsformen, Schulkooperationen und Zukunftsprognosen in bayerischen Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen.

Das Ergebnis aus 2019 macht ganz besonders drei Herausforderungen deutlich:

  1. Fehlende gleichberechtigte Bildungsteilhabe: die geringe kommunale Förderung vieler Einrichtungen (57 % erhalten weniger als 20 % ihrer Gesamtausgaben von der Kommune) schlägt sich häufig auch in höheren Teilnehmendengebühren nieder. Kommunal gut geförderte Einrichtungen führen zudem deutlich mehr Angebote durch und erreichen damit einen wesentlich größeren Teilnehmendenkreis.
  2. Ungleiche Verteilung auf Stadt und Land: Die meisten Jugendkunstschulen ballen sich in den urbanen Zentren – in ländlichen Gebieten fehlen hingegen Einrichtungen, dabei gelten sie gerade dort als „weiche Standortfaktoren“ (vgl. Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern“, 2018). Jugendkunstschulen in ländlichen Gebieten werden zudem durchschnittlich schlechter gefördert: 83 % von ihnen erhalten nur eine niedrige kommunale Förderung.
  3. Schwierige Zusammenarbeit mit Schulen: Besonders im Grund- und Mittelschulbereich sind Jugendkunstschulen gefragte Kooperationspartner von staatlichen Schulen. Schlecht geförderte Jugendkunstschulen müssen jedoch bei Schulkooperation häufig die Angebote aus eigener Tasche subventionieren, da die Schulen begrenzte Mittel für Kooperationen zur Verfügung haben. Die Kennzahlenerhebung ergab, dass die drei Einrichtungen, die mit den meisten Schulen kooperieren, gleichzeitig die kommunal am höchsten geförderten Einrichtungen sind.

Das gedruckte Leporello mit den Ergebnissen der Kennzahlen kann per Mail an sabine.eitel@ljke-bayern.de bestellt werden. Wir danken herzlich allen Mitglieseinrichtungen, die an der Kennzahlenerhebung 2019 teilgenommen haben!