Landesförderung: Teil 5

Mehr Schulkooperationen und Aufbruch in ein mediales Kulturzeitalter in Fürth

„Wenn das jetzt ausfällt, wird mir richtig schlecht“ echauffiert sich ein achtjähriger Junge nach einem SPRENKEL-Angebot der Schule der Phantasie Fürth e.V. Gerade für junge Menschen ist der Freiraum des Erfassens, sich Ausprobierens und des „selbst in die Hand“-Nehmens Grundlage für eigenständiges Lernen, Lösungsfinden und Verantwortung. Auf Mündigkeit und Selbstbefähigung als Werkzeuge demokratischen Denkens setzt auch der Gründungsvater der Schulen der Phantasie, Prof. Rudolf Seitz. Eine dieser Schulen der Phantasie befindet sich in Fürth, wo dank der Programmförderung bestehende Kooperationen ausgebaut und neue Programmschienen hinzugenommen wurden.

Ihre Zusammenarbeit hat die Schule der Phantasie Fürth e.V. besonders dort ausgebaut, wo sie möglichst viele und unterschiedliche junge Menschen erreichen kann und wo Kunst und Kultur gerade am nötigsten scheint, nämlich an und in Schulen! Durch zwei neue Kooperationspartner (KUBIK Stadt Fürth und Schulhaus gGmbH) konnte die Jugendkunstschule das Wirken für Kunst und Medienkultur an unterschiedlichen Schultypen im Nachmittagsbereich verdreifachen. Ob Wahlfach, AG, AK oder Zusatzprojekte – in Fürth profitierten im Jahr 2020 neun Schulen in unterschiedlichem Ausmaß von der Projektförderung des Kultusministeriums nicht zuletzt deswegen, weil der damit einhergehende erhöhte planerische Aufwand finanziell bedacht und FachdozentInnen gewonnen und adäquat honoriert werden konnten.

„Der kleine MUK“ – KUNST-AG an der Grundschule Zirndorf
Die Sprenkel-Scouts einer Fürther Grundschule erforschen den bewegten Einsatz neuer Medienwerkzeuge

In der AG Neue Medien entstand das Hörspiel “Miro in der großen Stadt”.

Das Feedback aus den Schulen von SchülerInnen, Lehrkräften aber auch von Dozierenden überzeugt,  dass die Jugendkunstschule Fürth mit ihren vielseitig aufgestellten Programmangeboten hier genau richtig ist: 

  • „Danke, ihr könnt echte Not lindern helfen und Engpässe, die wir gerade nur noch durch quantitative Nachmittagsverwahrung meistern, in qualitativ hochwertigen Kunst- und Medienprojekten für die Schüler wandeln.“ (Schulvermittlerin in der Nachmittagsbetreuung)
  • „Ich finde es sollte viel, viel mehr Kunst in der Schule geben. Die eine Stunde Kunst nach Stundenplan ist immer zu kurz, das ist doof – darum habe ich AG gewählt.“ (Schülerin, 9 Jahre)
  • „Immer wieder großartig. Wir Lehrkräfte lernen unsere Kinder neu einzuschätzen. Gerade Kinder, die in anderen Fächern schwächer scheinen, kommen über Kunst zu Erfolgen, die sie stärken. Die kommen regelrecht aus ihrem Häuschen und wir sehen versteckte Kompetenzen. Das hilft uns bei der Arbeit.“ (Grundschul-LehrerIn)
  • „Der AK-Kunst macht mir sehr Spaß – ich kann da mal meins machen und entspannen.“ (Schülerin, 10 Jahre)

Dieses besondere Jahr 2020 forderte die Schule der Phantasie Fürth dazu auf neue, digitale Wege einzuschlagen. So begann die Jugendkunstschule den Programmaufbau einer beispielhaften, erweiterten „Digitalen Jugendkunstschule“, die kulturelle Bildung in Form von Online-Kurse, Tutorials etc. bietet – ein notwendiges und zukunftsorientiertes Ziel. Im Corona-bedingten „Schichtverkehr der Schulen“ erreichte sie dank der Idee der nachhaltigen „Kunstworkshops aus der Tüte“, samt Anleitungen, Filmen und digitalen Tutorials über 300 Kinder.

Trailer KULTURBEUTEL – Workshop to Go

Verschiedene Angebote von durchdachten und fertig gepackten KULTURBEUTELN können Lehrkräfte über KUBIK für sich als Anregung, als bereits vorbereiteten „Kunstunterricht“ oder in Krisenzeiten für ihre Schüler als künstlerisch, entspannende Heimaufgabe wählen.

Ergebnis des KULTURBEUTELs Schachtelkosmos

Dank der Fördermittels des Freistaats konnte der Grundstein für das „Referat Digitale“ der Schule der Phantasie Fürth als qualitativer und nachhaltiger Vermittler von alten und neuen Kulturtechniken, Bildender Kunst samt Medienkompetenz gelegt werden. Der Weg in das neue, mediale Zeitalter begann mit dem Kauf erster I-Pads, an denen Schüler unter medienkompetenter und künstlerischer Anleitung faszinierende neue Tools für kreatives Arbeiten – auch mit analoger Schnittstelle zu Stiften oder via 3D-Druck – entdecken können. In diese Richtung gibt es noch viel Luft nach oben – es bedarf hier noch ein Bewusstsein für die enorme Leistungsqualität und die vielfältigen Kompetenzen von Jugendkunstschule in Bayern. Die Programmförderung geht hier einen Schritt in die richtige Richtung, indem sie durch die Investition in neue Programmschienen die hier tätigen Kulturschaffenden zumindest teilweise wirtschaftlich absichert.

Wie sehr Kinder und Jugendliche die Programme der Schule der Phantasie Fürth schätzen, zeigen die folgenden Aussagen:

  • „Ich freue mich die ganze Woche auf dich (hier: Fachdozent Bildende Kunst).“ (Teilnehmer SPRENKEL, 8 Jahre)
  • „Es herrscht bei mir eine sehr dankbare Stimmung. Die Kinder sind meist schon 10 – 15 Minuten vorher da, damit sie sicher dabei sein können, da ja aktuell nur noch kleine Gruppen zugelassen sind.“ (Dozentin SPRENKEL-Angebot)
  • „Ich will for ever und ever und ever hierher kommen.“ (Teilnehmer an der Samstagswerkstatt, 7 Jahre)