Landesförderung Teil 9

Noch mehr Kooperationen und Medienformate

„Sich mit beiden Händen ein Bild von der Welt machen“ – das Motto der Schule der Phantasie Gräfelfing gGmbH wird dort tagtäglich gelebt. In den Werkstatträumen mit Staffeleien, Druckwerkstatt, Holz-, Stein und Töpferwerkstatt haben Kinder und Jugendlichen zwischen fünf und 15 Jahren die Möglichkeit, verschiedene Werkstoffe und Techniken auszuprobieren. „Wichtig ist dabei der Prozess, weniger das Ergebnis“, erklärt Lilli Plodeck, Leiterin der Jugendkunstschule.

Im vergangenen Jahr kamen Dank der Programmförderung des Freistaats u.a. zwei neue Kooperationsprojekte hinzu, die nun auch langfristig in das Programm der Einrichtung aufgenommen werden sollen. Die Ausstattung der Jugendkunstschule wurde außerdem durch mobile Endgeräte erweitert, mit denen auch gleich gearbeitet wurde.

Im Projekt „Insideout“ haben SchülerInnen der 8. Klasse der Mittelschule Lochham große Bildobjekte aus Pappe geschaffen. In den Bildern wurden Details des menschlichen Körpers in unterschiedlicher Weise „inside out“ gedreht und mit verschiedenen Wünschen versehen. Zum anatomischen Blick auf einzelne Körperteile und deren Beschaffenheit gesellen sich geschriebene Sätze. In vielen verschiedenen Sprachen, zum Teil übersetzt, ergänzen sie die Bilder um Gefühlswelten.

Nach dem Motto „egal wie klein, es ist wichtig“ wurden hochvergrößerte Lungenbläßchen zu Landschaften.
Innere Prozesse wie das Wachsen eines Embryos werden wie durch ein Schauglas sichtbar.
Einzelne Muskeln deuten auf Boxkämpfe hin, die Worte: „aushalten – atmen – weitermachen“ beschreiben ein mögliches Gefühl dazu.

Die eindrucksvollen Werke können weiterhin in der Ausstellung in der  Mittelschule Lochham bewundert werden.

Im zweiten Projekt „Jede(r) ist anders – Eine Postkartenaktion“ kooperierte die Schule der Phantasie mit Traumwerker e.V.. Inspiriert hierzu wurde die Einrichtung von der Fortbildungsreihe divers_us, die der LJKE im November und Dezember 2020 durchführte. In einem gemeinsamen Workshop von jungen Erwachsenen mit geistiger Einschränkung und Kindern der Jugendkunstschule entstanden mehr als 100 handgedruckte, individuelle Postkarten. Nach dem Lockdown werden die Werke im Café Gräfelfinger ausgestellt.

Mit neu angeschafften Tablets erweiterte die Schule der Phantasie außerdem ihre Medienangebote. In der offenen Werkstatt wurden damit Papiertheaterfilme gedreht. Die Kinder setzten sich auf diese Weise kreativ mit den Tablets auseinander und verbanden analoges, handwerkliches Arbeiten mit digitalen Geräten.

Neben den Abenteuer zweier Wölfe und Szenen legendärer Brüder sehen wir hier das gefährliche Leben von Katz und Vogel.

Auch während der Lockdown-Phasen wurde in Gräfelfing gewerkelt: die Jugendkunstschule packte Kunsttüten für die Kinder mit Schätzen aus ihrem großen Materialfundus. Damit haben die Kinder wiederum über mehrere Wochen Kunstpostkarten, Storyboards und Welten im Schuhkarton erschaffen. Die Ergebnisse der inzwischen sieben Kunsttüten sind im virtuellen Museum zu sehen.

„Projekte mit neuen Kooperationspartner benötigen im Vorfeld immer sehr viel Koordinationsarbeit. Ohne die Projektförderung des Kultusministeriums wäre die Umsetzung daher nicht möglich gewesen“, erläutert Lilli Plodeck und hofft, dass die Förderung und damit auch die Projekte weitergeführt werden.