Projektförderung: Teil 14

Auf nach draußen!

Heute stellen wir die letzte der im Rahmen der Programmförderung 2020 geförderten Einrichtungen vor, nämlich die seit 1999 existierende Klecks – Schule der Phantasie Wolfratshausen e.V.. Als Gegengewicht zum schulischen Kunstunterricht fördert die Einrichtung nicht die Präzision der Darstellung, sondern die Kreativität und Originalität. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Prozess des kreativen Tuns und nicht so sehr auf dem Ergebnis. Dabei wurde neben der Förderung der handwerklichen Fähigkeiten immer schon auf eine große Angebotsvielfalt der gestalterische Grundlagen Wert gelegt: Malerei, Zeichnen, Bildhauerei, Druck, Theater, Architektur, Film und Fotografie, Textilkunst u.v.m.

Im kontinuierlichen, wöchentlichen Kursangebot während des Schuljahrs treffen sich Kinder verschiedenster Altersgruppen von drei bis 16 Jahren von September bis Juli in kleinen Gruppen von maximal sechs bis acht Teilnehmenden. Neben der Holzwerkstatt werden in jeder dieser wöchentlichen Gruppen möglichst viele kreative Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten ausprobiert und finden auch in einer gemeinsamen Jahresausstellung – der alljährlichen „Klecksinale“ – ihren Abschluss.

2020 konnten während des Lockdowns auch keine Osterferienkurse stattfinden, so dass ein Ersatzprogramm für die Ferienkinder spontan erfunden wurde: „Wundertüten“ mit den verschiedensten Kreativ-Ideen für zuhause wurden mit selbst entwickelten Anleitungen und dem dazugehörigen Material gefüllt.

Im langen Lockdown im Winter bekamen auch die wöchentlichen Kurskinder neue Materialtüten geliefert, die dann vor dem Bildschirm via Zoom gemeinsam ausgepackt und verwendet wurden. Emily, ein 8-jähriges Kurskind meinte, dass sie alles andere an Freizeitbeschäftigung nun wegen Corona gekündigt hätten, aber „ohne Kunst im Klecks geht`s gar nicht, das ist der einzige Lichtblick grade!“

Durch die Programmförderung des Kultusministeriums konnten in der Corona-Zeit zudem auch weitere Projekte und Kooperationen fortgesetzt werden, denn um das Infektionsrisiko zu minimieren, wurden richtige „Outdoor“-Klassenzimmer eingerichtet: Unter einem neuen großen Pavillon fanden acht neue Arbeitsplätze an großen Werktischen mit mobilen Schraubstöcken Platz. Durch die Förderung konnte die bereits in die Jahre gekommene Werkstattausstattung modernisiert und ergänzt werden. So können sich die Kursteilnehmer zum Beispiel an einer neuen Töpferdrehscheibe und an einer neuen Siebdruckausstattung versuchen.

Bei allen Angeboten hat die Schule der Phantasie einen starken Fokus auf soziale Integration, wie zum Beispiel bei der „Offenen Werkstatt“ und bei der Sommerferienaktion „Dschungel“ gelegt. In der „Offenen Werkstatt“ können Kinder ohne Anmeldung und mit fachlicher Unterstützung die Werkstatt für das Gestalten mit Holz, Ton, Metall, Papier und für andere kreative Experimente nutzen. Hier können auch die zwölf unbegleiteten Geflüchtete vorbeikommen, die über der Werkstatt wohnen. Im Ferienprojekt „Dschungel“ konnten 30 Kinder eine Woche lang mit Unterstützung von mehreren externen KünstlerInnen und einer Architektin ganztägig bauen, schnitzen, malen, töpfern, bildhauen, experimentieren, Waldexkursionen erleben und Orte zum kreativen Spielen und Bewegen in freier Natur selbst gestalten.

In der Technikwerkstatt KlecksX bietet die Jugendkunstschulen Jugendlichen eine Plattform, auf der sie sich selbst organisiert mit vielfältigen digitalen und elektronischen Themen auseinander setzen können. Die Palette reicht dabei vom Löten über den 3D- Druck bis zur Programmierung von Arduino Computern und Robotern.