Wenn freigeräumt wird…

Einblicke in die Projekte „Plauderoase“ in Gauting und „Plastik/ Zeit – Das kommt gar nicht in die Tüte“ in Gräfelfing

Das bayernweite LJKE-Projekt Freiräumen hat begonnen: in Gauting sowie Gräfelfing gab es schon einiges zu sehen sowie zu erfahren.

Gauting

Paradiese nach/in der Krise – eine „Plauderoase“ im öffentlichen Raum
Plauderoase – Schule der Phantasie Gauting

In einer Zeit von Distanz und Disput ist ein Ort der Begegnung und des Gesprächs im urbanen Raum notwendig und wohltuend. Wie kann das in einer pandemischen gesellschaftlichen Situation möglich sein?

Die Gautinger Schule der Fantasie hat sich dazu zusammen mit den Kindern Gedanken gemacht und eine Lösung gefunden: Eine “Plauderoase” im öffentlichen Stadtraum. Ab dem 10. Mai war am Gautinger Bahnhof eine „Plauder-Oase“ aufgebaut, die die Möglichkeit eröffnete, Platz zu nehmen und mit den seltsamen Figuren neben sich ins Gespräch zu kommen, sein Herz auszuschütten, Trübsal zu blasen, Hoffnung zu schöpfen, von besseren Zeiten zu träumen, Ruhe zu geben oder auch ein Selfie zu machen.

Schule der Phantasie Gauting

Inspiriert wurden die Kinder u.a. von Werken des beninischen Künstler Romuald Hazoumé, der nachhaltig Material aus seiner unmittelbaren Umgebung verwendet, wie beispielsweise alte Kanister. Nachhaltig, bzw. umweltfreundlich im Ressourcenverbrauch durch Umnutzen statt Wegwerfen, einigermaßen wasserfest und Corona-tauglich sollte die Kunstinstallation der Kinder sein und darauf aufmerksam machen, was uns im öffentlichen Raum derzeit fehlt. In den verschiedenen Kursen und Workshops entstanden aus Fundstücken und Recyclingmaterial eine Sitzgruppe, Figuren, ein Mosaiktisch mit exotischen Blumen, eine Lampe und zwei kleine Bilderbüchlein, die den stummen Figuren der Oase vorgelesen werden konnten. Der Werkprozess forderte flexible und kreative Anpassungen entsprechend des Pandemie-Geschehens. Unser Hybrid-Unterricht fand allerdings nicht digital statt, sondern wechselte zwischen Präsenz und der Abholung von wöchentlichen Werkel-Paketen.

Weiter Informationen findet ihr hier.

Schule der Phantasie Gauting
Schule der Phantasie Gauting

Gräfelfing

Plastik/Zeit – das kommt gar nicht in die Tüte!
Plastik/Zeit – das kommt gar nicht in die Tüte! – Schule der Phanatsie Gräfelfing

Wir leben in der Plastik-Zeit. Plastik hält unser Leben zusammen, verpackt unser Essen und bringt unsere Autos und Telefonleitungen zum Rollen. Plastik ist ein unglaublich beständiges Material. Die Plastiktüte, die ich heute für meinen Einkauf verwende, wird vermutlich noch auf der Welt sein, wenn ich es nicht mehr bin. Was bedeutet das für den Planeten und wie werden wir dem von uns produzierten Plastikmüll Herr? Wenn wir selbst Plastik nicht nachhaltig abbauen können, wer oder was könnte uns dabei helfen?

Der dreitägige Workshop Plastik/Zeit – Das kommt gar nicht in die Tüte! lud 20 Kinder
zwischen 6 und 11 Jahren Mitte Mai 2021 ein, eine Aktion zum Thema Plastik zu machen, die im öffentlichen Raum in Gräfelfing sichtbar wird. Die künstlerischen Vorschläge der Kinder für einen in Zukunft nachhaltigeren Umgang mit Plastik wurden in dem lokalen Ausstellungsort IdeenREICH bis Anfang Juni gezeigt.

Schule der Phanatsie Gräfelfing


Ausgangspunkt und -Material ist der selbst produzierte Plastikmüll, jedes einzelnen Kindes, der im Vorfeld gesammelt und zum Workshop mitgebracht wurde.
Der Plastikmüll wurde flach gepresst, hoch gestapelt oder collagiert, zu Landschaften oder großen Plastik verzehrenden Tieren oder Maschinen der Zukunft zusammengesetzt. Es entstanden Botschaften auf verwandelten Kinoplakaten.
Außerdem entstanden kleine „Privatmüllgeister“ aus Verpackungsmaterialien, Luftpolsterfolien, Noppenfolie, Obstverpackungsboxen als Sockel und kleingeschnittenen Strohhalmen als Geisterfutter…

Weiter Informationen findet ihr hier .

Schule der Phanatsie Gräfelfing
Schule der Phanatsie Gräfelfing

Beide Kunstaktionen gehören zu dem siebenteiligem Projekt Freiräumen, welches vom Fonds Nachhaltigkeitskultur im Rahmen des bundesweiten Ideenwettbewerbs Kultur + Nachhaltigkeit = Heimat* gefördert wird.

Wenn freigeräumt wird…dann entsteht Platz für Neues/Anderes, für das, was vielleicht gerade zu kurz kommt aber auch, um Bestehendes kritisch zu hinterfragen.

In diesem Sinne: