Projekt
WACHSEN
Jugendkunstschultage
Am 3. bis 4. Juli lädt der Landesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen zur Intervention „wachsen, wuchs, gewachsen“ ein, um den Fragen nachzugehen: Was bedeutet es, jungen Menschen den Boden zu bereiten, ihr Aufwachsen zu begleiten und ihre Persönlichkeit sowie Kreativität zum Blühen zu bringen?
Projektzeitraum
03. Juli bis 04. Juli 2026
Ansprechperson
Wiebke Zetzsche
Förderer
- Stadt Traunstein
- GLS Treuhand
- Stiftung für junge Impulse
- VR Bank Oberbayern Südost
Intervention
In Jugendkunstschulen steht die Stärkung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt: Wir unterstützen und fördern sie bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ihrer kreativen Möglichkeiten. Gleichzeitig bilden Kinder und Jugendliche in der alternden Gesellschaft zunehmend eine marginalisierte Gruppe, deren Belange zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.
Im Rahmen der Jugendkunstschultage „Wachsen, wuchs, gewachsen“ am 3./4. Juli 2026 in Traunstein setzen wir genau hier an: Eine zweitägige Intervention verknüpft Theorie und Praxis und fragt, was es bedeutet und was es benötigt, um jungen Menschen den Boden zu bereiten, ihr Aufwachsen zu begleiten und ihre Persönlichkeit sowie Kreativität zum Blühen zu bringen.
Mit Kreativworkshops, Fachbeiträgen, Austausch und einem von Kindern und Jugendlichen gestalteten 24-Stunden Radio wollen wir uns mit dem Thema „wachsen“ aus soziologischer, gesundheitlicher und klimakommunikativer Perspektive auseinandersetzen.
Programmübersicht
Anmeldung ist bis zum 01.07.2026 möglich.
15 € für beide Tage inkl. Verpflegung (Teilnahme an einzelnen Programmpunkten ist kostenlos)
* Eintritt für Kinder & Jugendliche frei, Kinder unter 6 Jahren mit Begleitperson
Aufruf - Wann glaubst du bist du erwachsen?
Liebe Kinder und liebe Jugendliche, werdet Teil von dem 24-Stunden Radio zum Thema „Wachsen“. Lade einfach deine Antworten als mp3 zu den folgenden Fragen hier hoch!
Einsendeschluss: 15.06.2026
Durch den Upload bestätigt die hochladende Person, dass keine Rechte Dritter verletzt werden und die erforderlichen Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte für die eingereichten Inhalte eingeräumt werden.
Programm-Tipp für ganz Bayern: 24-Stunden-Radio
Es sagt sich so leicht: Selbstverständlich nehmen wir die Perspektiven, Meinungen und Anschauungen junger Menschen ernst. Aber ist dem wirklich so? Auf die nun heranwachsende Generation kommen in einer alternden Gesellschaft große Herausforderungen zu. Zeit, nicht nur über die junge Generation und unsere Anforderungen an sie zu sprechen, sondern sie selbst zu Wort kommen zu lassen. Wir machen die Gedanken, Ideen und Fragen von Kindern und Jugendlichen hörbar! Was es heißt, Kindern und Jugendlichen wirklich zuzuhören, kann nun bei den 8. Bayerischen Jugendkunstschultagen, erlebt werden. In einem 24-Stunden-Radio sind die Stimmen von über 100 Kindern zu hören. Mal lustig und anekdotisch, mal überraschend nachdenklich äußern sie sich zum Thema „wachsen“, dem Motto der Jugendkunstschultage 2026. Aus Einzelaufnahmen, die von über 50 Orten in ganz Bayern stammen, ist eine Soundinstallation entstanden, die live als endlose Klang- und Wortcollage in der Kunstbox am Campus St. Michael zu hören ist, bzw. als Web-Stream ausgestrahlt wird.
Hier wird das das Radio vom 03.07.26 18:00Uhr bis 04.07.26 18:00Uhr gestreamt!
Freitag, 03.07.2026
15:00 Uhr | Ankommen
15:15 Uhr | Kreativworkshops
(für alle Altersgruppen *) Anmeldung erwünscht über QR-Code
- Die wachsende Wohnung. Bauen mit Cosima Strähhuber & Claudia Weber (Künstlerinnen Schule der Phantasie Traunstein)
- Was blüht denn da? Zeichnen mit Helmut Mühlbacher (Künstler & Landschaftsarchitekt)
- Über uns hinauswachsen! Performen mit Lisa Klauser (Musikpädagogin)
17:00 Uhr | Gartenkünste – Campus-Rundgang
mit Helmut Mühlbacher
18:00 Uhr | 24-Stunden-Radio
mit Beiträgen von Kindern und Jugendlichen der bayerischen Jugendkunstschulen, Eröffnung mit Dr. Andrea Niedzela-Schmutte (Bay. Kultusministerium)
18:45 Uhr | Begrüßung
durch Dr. Christian Hümmer (Oberbürgermeister Stadt Traunstein), Wolfgang Dinglreiter (Stiftungsdirektor Campus St. Michael), Ulrike Meyer (LJKE Bayern e. V.)
19:00 Uhr | AUFwachsen – Wortwechsel
mit Prof. Sarah Dorkenwald (UnDesignUnit), Theresa Hobe (Mental Health Initiative), Dr. Robert Jende (anstiftung), Lukas Rath (Studio Hitzefrei, Klima Campus), Dr. Dorothea Streng-Hussock (SK³ – Ständige Konferenz für Kunst und Kultur in Bayern), Dr. Johanna Vocht (STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte)
Moderation: Kiki Schmidt (Amt für Kultur und Freizeit Nürnberg)
Samstag, 04.07.2026
09:30 Uhr | Wachstumsimpulse
von Dr. Robert Jende (Soziologie), Lukas Rath (Klimakommunikation), Theresa Hobe (Psychische Gesundheit)
11:00 Uhr | Praktisches Wachsen
Transfer der Impulse in das kulturpädagogische Handlungsfeld mit dem Team des LJKE Bayern e. V.
12:30 Uhr | Gemeinsames Wandelessen
mit Alfred Preißler (Kochkünstler)
14:00 Uhr | Gartenkünste – Campus-Rundgang
mit Helmut Mühlbacher
15:00 Uhr | Veranstaltungsende
Impulsgeber:innen
Dr. Robert Jende, ist Soziologe und forscht in der Münchner anstiftung zu DIY-Kulturen. Studiert und promoviert hat er in Jena, aufgewachsen ist er am Rande des Spreewalds. Zwischen Feldnotiz und Performance verbindet er Forschung, Bildung und Intervention – mit offenem Blick, wissenschaftlicher Strenge und einem Augenzwinkern.
Theresa Hobe ist deutsch-tschechisch aufgewachsen und studierte mit Fokus auf Public Health am Amsterdam University College. Sie arbeitete bei gemeinnützigen Organisationen wie Health Care Bayern e.V. und ist heute bei der Mental Health Initiative in München tätig, wo sie als Youth Aware of Mental Health (YAM) Kursleitung und Projektmanagerin im EU-Projekt „Peace in Mind“ arbeitet.
Lukas Rath ist Absolvent der Universität der Künste Berlin, Agentur-Aussteiger und Content Creator. Heute verbindet er als Videokünstler die Kreativszene mit nachhaltiger Bildung zum Beispiel auf dem Klima-Bildungskanal Studio Hitzefrei. Ob Workshops, Musikvideos, Streetart oder Social Media, er bricht Genregrenzen, um komplexe Themen für junge Leute visuell greifbar zu machen.
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Foto: Alexander Ratzing
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Foto: Theresa Hobe
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Foto: Dominik Liebernickel
Wachstumsimpulse
1) Performative Soziologie: Spielerisch Gesellschaft verändern (Dr. Robert Jende)
Viele Menschen hören auf zu spielen, wenn sie erwachsen sind und das Aufwachsen vermeintlich beendet haben. Spiele finden dann nur noch in geordneten Bahnen statt – klare Regeln bilden Geländer und Korsett. Dabei ist Spielen eigentlich eine Superkraft. Im Spiel gerät die Welt in Bewegung, Dinge lassen sich umstellen, ausprobieren, neu sortieren. Ohne Spielen wächst keine neue, immer wieder blühende Zukunft. Die Zukunft verkümmert, weil in der Gegenwart bloß Vergangenheit nachgespielt wird. Die gute Nachricht, davon ist Robert Jende überzeugt: Zukunft fängt in dem Moment an zu wachsen, in dem jemand den Schritt vom Zuschauen ins Mitmachen wagt. Nicht mit einem fertigen Plan, sondern mit Neugier – und mit der Bereitschaft, etwas zu üben, was vorher vielleicht keiner konnte. Es wachsen neue Beziehungen, geteilte Verhaltensweisen, frohe Gemüter und mutige Freundlichkeit. Und manchmal ein kleines Stück Welt, das vorher noch nicht da war.
2) Planting the Seed: Mentale Gesundheit bei Jugendlichen fördern (Theresa Hobe)
Wie können junge Menschen gut aufwachsen und sich entfalten – und welche Rolle spielt mentale Gesundheit dabei? Durch Präventionsworkshops pflanzen wir Samen, deren Wirkung sich oft erst später entfaltet. Wachstum ist kein linearer Fortschritt, sondern ein individueller, oft widersprüchlicher Prozess, der auch Unsicherheit und Überforderung umfasst. Mentale Gesundheit bedeutet nicht reines „Funktionieren“, sondern die Fähigkeit, mit sich selbst und anderen in Beziehung zu bleiben, Belastungen einzuordnen und Unterstützung zu suchen. Aus der Perspektive der Mental Health Initiative (München) werden zentrale Spannungsfelder beleuchtet: Wie sprechen wir über mentale Gesundheit, ohne vorschnell zu pathologisieren? Wie schaffen wir Räume für Austausch auf Augenhöhe und echte Beteiligung, ohne zu überfordern? Anhand von Einblicken in das Programm „Youth Aware of Mental Health“ und das EU-Projekt „Peace in Mind“ wird eine Haltung skizziert, die auf Vertrauen und Ko-Kreation setzt und Jugendliche als aktive Mitgestaltende adressiert.
3) Zwischen Bubble und Boden: Wachsen im digitalen Wirrwarr (Lukas Rath)
Wenn wir über das „Wachsen“ junger Menschen sprechen, müssen wir auch über ihren Nährboden reden – die digitale Welt. Doch zwischen Aufmerksamkeitsökonomie und Filterbubbles ist dieser Boden oft vergiftet. Der Reality-Check zeigt toxische Rollenbilder, Weltuntergangsszenarien und Hass als Zeitvertreib. In diesem digitalen Lärm drohen die existenziellen Fragen unserer Zeit zu verstummen. Lukas Rath teilt seine Erfahrungen aus vielen Jahren Social Media Strategie, Klimakommunikation und Content Erstellung und geht der Frage auf den Grund: Welche Skills brauchen wir, um uns im digitalen Wirrwarr nicht zu verlieren, sondern zu wachsen? Wie bereiten wir Jugendlichen ein Umfeld, in dem Kreativität blüht, statt unter Doomscrolling und AI Slop zu ersticken? Wie geben wir der jungen Generation das Rüstzeug zur digitalen Selbstverteidigung mit? Denn jenseits manipulativer Tech-Konzerne wartet ein digitaler Spielplatz unendlicher Möglichkeiten – etwa für die Kommunikation von Klimathemen außerhalb einer Öko-Blase mit dem Anspruch, Nachhaltigkeit und die Alltagskulturen junger Menschen zusammenzudenken.
Projektzeitraum: 03. bis 04. Juli 2026
Beteiligte: 80 Erwachsene und 50 Kinder
Projektkoordinatorin: Wiebke Zetzsche
Dokumentation: steht noch aus
Weitere Veranstaltungen des LJKE: plan_los, Frei-Raum-Kunst
Das Projekt wird gefördert von:




